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Die Geschichte von Schloss Hünnefeld

Hünnefeld wurde erstmals im Jahre 1146 urkundlich erwähnt. Durch Erbgang und Kauf gelangte das Gut am 17. März 1447 in den Besitz von Albert Freiherr von dem Bussche. Hünnefeld wurde im 13. Jahrhundert als Wasserburg angelegt.

 

 

Im 14. Jahrhundert ist eine Ober- und Unterburg bezeugt. Die untere Burg wurde um 1600 abgetragen, um Platz für einen Wirtschaftshof und Befestigungsanlagen zu schaffen. Das jetzige Herrenhaus wurde von 1600 bis 1614 von Gerhard-Clamor Freiherr von dem Bussche und dessen Ehefrau Hedwig, geb. von Münchhausen, erbaut. Deren Sohn Clamor-Eberhard errichtete 1658 den südlichen Seitenflügel.

Die dreiflügelige, zweigeschossige Anlage zeigt heute noch die schlichte Gliederung der Spätrenaissance. Die weite Anlage und der große Ehrenhof lassen das damalige Bedürfnis nach Repräsentation erkennen.
Die "cour d'honneur" diente als Auffahrt der zwei- und mehrspännigen Karossen.

Der runde Taubenturm auf dem Wirtschaftshof wurde 1710 nach französischem Vorbild errichtet. Die Wetterfahne des Turmes trägt das Wappen derer von dem Bussche und von Hammerstein. Die gesamte Anlage ist von zwei Wassergräben umgeben.

Auf der Parkseite des Herrenhauses befindet sich ein großes Gewölbe mit darüberliegender Terrasse, die einen Zugang zu Insel und Parkanlage bietet. Die kreisförmige Insel hat symbolische Bedeutung: Sie stellt die Weltinsel dar.

Der Barockgarten wurde um 1800 von Clamor Adolph Theodor Freiherr von dem Bussche, Geheimer Rath und Minister des Fürstentums Osnabrück, in einen prachtvollen englischen Landschaftspark umgewandelt. Am Ende des Parks wurde 1825 auf einem kleinen Hügel ein Gedenkstein für Clamor Adolph Theodor errichtet. Sein Neffe Clamor August nahm 1840 eine weitere umfangreiche Anpflanzung vor. Viele exotische Bäume wurden eingekauft, die zum großen Teil bis auf den heutigen Tag im Hünnefelder Garten erhalten sind. Die Geschichte des Gutes Hünnefeld ist hinsichtlich der Besitzerfolge bis zur Erbteilung am 11. Juni 1598 identisch mit der des Gutes Ippenburg.

Bei der Erbteilung fiel Hünnefeld an Gerhard-Clamor, jüngster Sohn Clamors und dessen Frau Anna, geb. von Ascheberg. Sie ist die Stammmutter aller heute noch Lebenden von dem Bussche.

Anna von Ascheberg wurde 1573 Witwe, sie bewirtschaftete 30 Jahre lang alleine die drei Güter Ippenburg, Lohe und Hünnefeld.

Anna von Aschebergs Enkelsohn Clamor Eberhard, geb. am 7. August 1611, kaufte 1656 das Gut Streithorst bei Hunteburg, sein jüngster Sohn Johann Heinrich gründete damit die von dem Bussche-Streithorster Linie. Der wohl berühmteste Vertreter dieser Linie ist Axel Freiherr. von dem Bussche-Streithorst. Er gehörte dem Widerstand gegen Hitler an und zeichnete sich durch besondere Tapferkeit aus.

Der älteste Sohn von Clamor Eberhard, Christoph, geb. am 28. Juni 1643, verstand es, gut zu wirtschaften. Er hatte das kaufmännische Talent seines Vaters geerbt. Dadurch war es ihm möglich, verschiedene Präbenden zu stiften, wie die Dompräbende zu Minden und Halberstadt.

Am 29. April 1667 gelang es Christoph, das Gut Buddemühle in Wehrendorf zu erwerben, für die Summe von 7100 Talern. Sein besonderer Familiensinn wird dadurch deutlich, daß er vor mehr als 300 Jahren die Hünnefelder Stiftung ins Leben rief, das sogenannte "Hünnefelder Stammlegat" mit einem Startkapital von 100.000 Goldtalern. Aufgabe und oberstes Gebot, laut „Stifter Wille“ der Stiftung ist es auch heute noch, Mitglieder der Familie von dem Bussche zu unterstützen und zu fördern.

Als Beispiel für die geistigen Interessen der Standesherren darf der umfangreiche, in französischer Sprache geführte Briefwechsel zwischen Johann Friedrich Freiherr von dem Bussche (geb. 1709) und Justus Möser genannt werden.

Dieser erklärt selbst, daß er dem Genannten fruchtbare Anregungen für seine geistige Entwicklung und literarische Tätigkeit verdanke. Justus Möser schrieb 139 Briefe an Johann Friedrich und widmete ihm sein Werk "Der Werth wohlgewogener Neigungen und Leidenschaften".

Drei Generationen der Familie von dem Bussche-Hünnefeld bewohnen zur Zeit das Schloss.

Die vor dem Schloss liegende Parkanlage ist für die Cafégäste zu begehen. Das Schloss und die Parkanlage wird von der Familie von dem Bussche privat genutzt und bewohnt. Besichtigungen und Führungen sind nur nach telefonischer Vereinbarung möglich..

Lene Freifrau von dem Bussche-Hünnefeld